Bei Apple kündigen?

Jens Alfke hat bei Apple gekündigt. Nicht dass mir der Name was gesagt hätte, bevor ich seinen Blogeintrag dazu gelesen hab. Er hat, mit einer kleinen Unterbrechung, von 1991 bis 2007 bei Apple gearbeitet und zum Beispiel Stickies und iChat entwickelt. Besonders interessant finde ich, dass er auch die Zeit ohne Steve Jobs miterlebt hat.

Gekündigt hat Alfke nach eigenen Angaben vorallem, weil er Social Software entwickeln wollte und Apple nicht. Die Strategie des Konzerns ist allerdings schlüssig, steht die Social Software Blase doch auch ohne Apple bereits unter ziemlich großer Spannung. Warum man nicht von vorne herein mitgemischt hat, um jetzt einer der ganz Großen zu sein, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Denn über die angeblich vielversprechenden Projekte die eingestellt wurden will/darf Alfke nicht sprechen.

Um an Social Software Projekten arbeiten zu können, hat sich der Entwickler selbständig gemacht und arbeitet jetzt von zuhause aus. Dass er damit dem Beispiel zahlreicher Developer gefolgt ist, die Apple in letzter Zeit verlassen haben, sieht Justin Berka von Ars Technica (noch) nicht problematisch. Damit mag er zwar Recht haben, aber wenn Indie Entwickler in Zukunft noch einfacher gutes Geld machen können, werden sich die großen Konzerne ausgefeiltere Strategien einfallen lassen müssen, um ihre Softwareingenieure bei Laune zu halten. Auch wenn es dieses Video nicht vermuten lässt, ist Google der Konkurrenz hier sicherlich immer noch Meilen voraus.

Steve Jobs

Was Jens Alfke noch stört, ist Apples fehlende Individualität der Außenwelt gegenüber.
But ever since the return of Steve Jobs, the company has been pretty maniacal about micro-managing its visible face, to make it as smooth and featureless as an iPod’s backside.
Dieser Satz könnte nicht treffender sein, denn genau so stellt man es sich vo, wenn der Kontrollfreak Steve Jobs das Sagen hat. Hinter den Kulissen müssen die Puppen tanzen und wehe, wenn einer ein Geheimnis ausplaudert. Dann werden Millionenprozesse gestartet, um den Schuldigen zu finden. In diese Schublade passt auch, dass man es bei Apple gar nicht gerne sieht, wenn Mitarbeiter bloggen. Dieses Gefühl hat jedenfalls Jens Alfke.

Aber am Ende seines Artikels schreibt er auch, wie gern er bei Apple gearbeitet hat, und dass er sich den Rückweg offen halten will. Abgesehen davon, dass es nach diesem Blogeintrag tatsächlich schwieriger werden könnte, wieder einzusteigen, zeigt das vorallem eines: Die Firmen bei denen man es (noch) besser hat, sind verdammt schwer zu finden.

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